Es war ein glücklicher Umstand, dass der gesamte Nachlass von F. Neumann und dessen Schwiegervater K.G. Hagen (über dessen Tochter Florentine N. geb. Hagen) zunächst an Carl Neumann nach Leipzig und anschließend an dessen Neffen Ernst Richard Neumann, Mathematiker an der Universität Marburg, ging. So konnte eine Vielzahl von Möbeln, Exponaten und Bildern und ein großer Teil des wissenschaftlich-naturwissenschaftlichen Nachlasses, von Krieg und Flucht verschont, aus Königsberg gerettet werden (siehe weiter unten auf dieser Seite bezüglich der Verteilung des Nachlasses (
schwarz-weiß
) ab 1953 nach UB Göttingen bis zur Zeit 2025 an das Kant-Museum im Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg.
Der Nachlass des Mediziners Ernst Chr. Neumann befand sich bis zum Tod der ihn betreuenden Tochter Helene Neumann 1942 im Haidehaus in Rauschen. Hier hatte E. Neumann selbst gewohnt bis zu seinem Tod 1918. Die Großnichte Liselotte Neumann-Redlin, geb. von Jan, Ehefrau des gefallenen Forstmeiters Dr. Konrad Neumann (1910 - 1942) verließ im Bewußtsein der sich spätestens am 22.6.1941 anbahnenden Katastrophe Mitte 1944 mit ihren 3 Söhnen Christian, Wolfgang und Eberhard das Haidehaus in Richtung Westen (Berlin-Zehdenick, dann weiter nach Hagen, Kreis Neustadt a. Rbge). Sie konnte, außer verstecktem
Silberbesteck (Ausreise mit Kindern war vom Gauleiter Koch untersagt), keinen Nachlass wie Bücher (z.B. große Bibliothek mit von W. von Goethe signierten Werken), Urkunden und Ehrenauszeichnungen des Pathologen Ernst Neumann und der Künstlerin Helene Neumann) mitnehmen.
Trotz der Rettung von Teilen aus dem naturwissenschaftlichen Nachlass (s.o.) bis in die 4. Generation fehlt aufgrund einer unglücklichen Erbverteilung 1971 ein Teil des objektbezogenen Nachlasses, der auf dem Dachboden des Ruhesitzes von Ernst Richard Neumann lagerte. Es besteht jedoch die Hoffnung, dass eine Zusammenführung oder zumindest eine Katalogisierung der aus dem Osten geretteten Gegenstände (Meßgeräte, Kaleidoskope, mindestens ein Mikroskop, Schriften und Urkunden aus dem Gesamtnachlass) möglich sein wird.
1953 und anschließend 1995 - 1997 ist von Dr. Franz Neumann und seinem Neffen Dr. Eberhard Neumann-Redlin von Meding (Verfasser) der gesamte wissenschaftliche Nachlass an die Handschriftenabteilung der Universitätsbibliothek nach Göttingen, Leiter Dr. H. Rohlfing, gestiftet worden:
Er
befindet sich dort unter dem Zeichen Cod. Ms. F.E. Neumann 1 - 63 Acc. Mss. 1953.13 und Cod MS. F-E. - 218. 300 - 319: Acc. Mss. 1994.6/2 ff
Abbildungen:
Ruete-Graefe-Spiegel aus dem Nachlass Ernst Neumanns, Schüler von Albrecht von Graefe (Vorlesungsaufzeichnungen) und Hermann von Helmholtz
oben links: Vorlesungsaufzeichnungen für den Kronprinzen. Handschriftliche Manuskripte von K.G.Hagen aus dem Jahre 1809, als die Königliche Familie Friedrich Wilhelm III. und Luise in Königsberg verweilten und ihre Kinder Friedrich Wilhelm (IV.) und Wilhelm (I.) unterrichten ließen (vergl. Seite K.G. Hagen). Das Manuskript wurde 2024 im Rahmen eines Stiftungsvertrages (Dauerleihgabe) an das Ostpreußische Landesmuseum in Lüneburg übergeben.
Mitte links: Scherzbecher (Weinüberlauf) aus dem Nachlass von K.G. Hagen, Mitglied der Tischgesellschaft und Freund Immanuel Kants, mit der Inschift: " Die Liebes Handt macht festes Bandt, wie man siht, ihm Tauben Standt. (Ebenfalls an das Ostpreußische Landesmuseum Lüneburg gestiftet - derzeit in der Dauerausstellung des Kant-Museums Lüneburg ausgestellt (Eröffnung März 2026)
Das Taschenmikroskop von Ernst Neumann wurde an das Medizinhistorische Museum in Ingolstadt in den
70-er Jahren des 20. Jahrhunderts gestiftet.
Nachlass
der Hagen-Bessel-Neumann Familienstiftung 1871 n.e.V.
von 1953 – 2026 (Stand April 2026)
Verbleib des Nachlasses der Wissenschaftler K.G. Hagen, F.W. Bessel, F. Neumann, Carl Neumann, Ernst Christian Neumann,
Ernst Richard Neumann
Ab 1953 Universität Göttingen Handschriften und seltene Drucke Papendiek 14 (Helmut Rohlfing und Frau Mund)
1995 – 1997 (über Franz G. Neumann – ab 1995 Eberhard Neumann-Redlin von Meding)
Cod MS F.E. Neumann 1 – 63: Acc. Mss 1953.13 sowie 100-218, 300-319 Acc.Mss 1994.6.2 , 1995.9 und 1997.16
Cod Ms. Karl Neumann 1-163 Acc. Mss 1949.11; u.v.a. bis Acc. Mss 1997.16
Cod Ms Ernst Christian Neumann Acc. Mss 1994.6.1
1994.34; bis 1995.9
Cod. Ms. E.R.Neumann. Acc. Mss.1 - 104: Acc Mss. 1981.10.4; Acc. Mss. 1995.1 u. weitere: 1995.1, 1995.9 und 1997.16
Ab 2020
2020 stiftete ich (E. NRvM) viele Schriften und Briefe von der Künstlerin bzw. der Frauenrechtlerin Helene Neumann aus Königsberg (erster Tarif-Abschluss in Deutschland zwischen einer Schirmfabrik und dem von Helene Neumann gegründeten &dbquo;Königsberger Gewerkvereins der Heimarbeiterinnen) an das anfragende "Archiv der deutschen Frauenbewegung" AddF in Kassel:
AddF Forschungsinstitut und Dokumentationszentrum
Archiv der deutschen Frauenbewegung Gottschalkstr. 57 in 34127 Kassel - Tel. 0561- 9893670
Originaldokumente bzw. Nachlässe von Olga Friedemann und Helene Neumann als Frauenrechtlerinnen
Grob: Es handelt sich um den wohl einzigartigen Nachlass mit privaten und auch beruflichen Dokumenten, Zeitschriften der Frauenrechtlerin Olga Friedemann – als auch von Helene Neumann – hier aber nur der Anteil ihres Wirkens als Frauenrechtlerin. Beispiel: Erster Tarifabschluss für Heimarbeiterinnen - Vertrag mit der Schirmfabrik Königsberg – Zeitungsartikel &dbquo;Die Heimarbeiterinnen Jg.6 Nr. 7 (1906) S.1 mit Begleithandzettel, den Vertragstext beinhaltend.
Ab 2021
Würtembergische Landesbibliothek Stuttgart, Postfach 105441 70047 Stuttgart
Bibliothek für Zeitgeschichte 2021
Auf Anfrage erhielt die "Bibliothek für Zeitgeschichte" innerhalb der Württemberg ´schen Landesbibliothek in Stuttgart eine "Sammlung Feldpostbriefe" mit ca. 300 Briefen und Postkarten... .
Hier handelt es sich um einen speziellen &dbquo;Feldpostbrief-Nachlass des Mathematikers aus Marburg: Ernst Richard Neumann. Das Besondere: Nicht seine von ihm selbst verfassten Feldpostbriefe an Familie und Freunde sind erhalten, sondern die an ihn gerichteten Feldpostbriefe seiner Eltern, seiner Schwester Helene Neumann sowie seiner Studien- und Berufskollegen sind erhalten. Dadurch sei dieser Nachlass von besonderem Wert – laut Leitung der Bibliothek, Herrn Tobias Thelen
Mit als Folge des Nachlasses entstand eine Broschüre: Ernst Richard Neumann 1875 – 1944 - Persönliche Berichte über die Vorbereitungen zur Zwölften Isonzoschlacht und die Besetzung Udines im Oktober 1917. – zusammengestellt aus dem Nachlass von Ernst Neumann – von Tobias Thelen, Bibliothek für Zeitgeschichte Stuttgart 2022
Ab 2024
Ostpreußisches Landesmuseum Lüneburg
Die Dauerleihgabe lief über die wiederaufgelebte Hagen-Bessel-Neumann-Familienstiftung n.e.V. (siehe oben):
Der Nachlass aus dem Archiv der Hagen-Bessel-Neumann-Familienstiftung 1871 n.e.V. setzt sich zusammen aus folgenden Gegenständen (grob zusammengefasst):
Exponate: Scherzbecher, Fernrohr aus dem Nachlass von F.W.Bessel, Messinstrumente, Mikroskop, Totenmaske Franz E. und Ernst Chr. Neumann, armierte Transportkiste (wohl für Kutschfahrten), Goldringe Ehepaar Hagen, Tischbanderolen, u.a., Pokal Blitzableiter Reusch (früher an Stadtgemeinschaft-Königsberg)
Dokumente: u.v.a. handschiftliches Manuskript K.G.Hagen: Vorlesungen vor den Prinzen (spätere Friedr. Wilhelm IV. und Wilhelm I in Königsberg 1809) Immatrikulationsurkunde Franz Neumanns an der Kaiser Wilhelms-Univ. 1813
Münzen, Plaketten und Ehrengaben zur Hagen-Bucholz-Stiftung 1829, Stanislaus Cauer Plakette Bronze und Gips für E. Christian Neumann 1914
Radierungen und Gemälde (Künstlerkolonie Nidden) Krauskoff, Beyer und Helene Neumann Alte Bücher und Schriften aus dem 18. und 19. Jahrhundert u.a. I. Kant: Über das Erdbeben in Lissabon 1755, von Kant (mit Faden zusammengesteckt) übergeben als Sonderdruck der Veröffentlichung an seinen Freund K.G. Hagen.
Anhang zur Erläuterung: Die Hagen-Bessel-Neumann-Familienstiftung 1871 n.e.V. wurde 2023 von Dirk Hagen und überwiegend von mir neu zum Leben erweckt, um eine Dauerleihgabe besonderer Exponate an das 2026 eingeweihte Kant-Museum in Lüneburg möglich zu machen.
Ausblick ab 2027 Die Kunst- und Wissenschaftsszene Kaliningrads mit der Kant Universität (früher Prof. Kasimir Lawrynowicz, heute Dr. Nadezda Ermakowa), dem Museum für Kunst und Geschichte (Sergej Jakimov) und des Museums für bildende Künste (Dr. Galina Sabolotskaja) hat sich in aufopfernder Weise und zudem erfolgreich um die Bewahrung der deutschen Kunst- und Wissenschaftsgeschichte bemüht. Die unterstützenden Maßnahmen gipfelten in dem gemeinsam abgehaltenen Kongress 2018 im Hinblick auf "150 Jahre Entdeckung des Knochenmarks als Blutbildungsorgan" mit dem Beginn der "Modernen Hämatologie des 19. Jahrhunderts". Auch die ehemalige Galerie, das heutige "Museum für bildende Künste" hat zwei Ausstellungen von Helene Neumann organisiert (siehe www.gelehrtenfamilie-koenigsberg.net und www.ernst neumann- koenigsberg.de mit vielen Unterseiten zum Thema.
Es ist daher folgerichtig, dass restliche Privatunterlagen, die 1944 vom Haidehaus in Rauschen in den Westen gingen (Bilder Helene Neumann und Unterlagen von ihr und ihrem Vater Ernst Christian Neumann), ins heutige Svetlogorsk z.B. an das dortige Museum "Rad der Geschichte" zurückkehren. Nirgendwo besser als dort sind die Unterlagen verwahrt, da ich mir sicher bin, dass Russland mit Kaliningrad oblast später in ein friedlich zusammenwachsendes Europa integriert wird.
Eberhard Neumann-von Meding Berlin, Mai 2026
Die Hagen-Bessel-Neumann-Familienstiftung 1871 n.e.V.
wurde 2023 von Eberhard Neumann-Redlin von Meding und Dirk Hagen als "nicht eingetragener Verein" (n.e.V.) reaktiviert, um eine Dauerleihgabe besonderer Exponate an das 2026 eingeweihte Kant-Museum in Lüneburg zu ermöglichen.
Ursprünglich handelte es sich um die &dbquo;Carl Gottfried Hagen Familienstiftung: Sie wurde 1871 gegründet von Prof.E.A.Hagen, Königsberg, zur Versorgung der verwitweten oder alleinstehenden weiblichen Nachkommen des Gelehrten. (Lit.: Hagen,H.: August Hagen. Eine Gedächtnisschrift zu seinem hundertsten Geburtstag. Mittler,S.Berlin 1897)
1901 wurde die Stiftung verwaltet von dem Urgroßvater des Verfassers dieser website, Ernst Christian Neumann (Pathologe), sowie Wilhelm Bessel-Lorck und Fritz.Hagen. Die 28.Jahresabrechnung liegt gedruckt vor (Abb.)
Die oben bez. Stiftung wurde 1998 von Franz Günther Neumann, meinem Onkel, an mich, Eberhard Neumann-Redlin von Meding, übergeben. Mit meinem Neffen Dirk Hagen haben wir gemeinsam das gesamte Archiv der Hagen-Bessel- Neumann-Familie in diese Familienstiftung n.e.V. integriert. .